Masterplan Umwelt und Gesundheit NRW

Der umweltbezogene Gesundheitsschutz hat in Nordrhein-Westfalen seit langem eine hohe Bedeutung. Die Zusammenhänge zwischen Umwelteinflüssen und Gesundheitsbeeinträchtigungen sind hinreichend belegt. Darüber hinaus ist eine sozialräumliche Ungleichverteilung von Umweltbelastungen und daraus resultierende Gesundheitsbelastung nachgewiesen. Es gilt, die hohe Industrie- und Verkehrsdichte im bevölkerungsreichsten Bundesland in Einklang zu bringen mit dem Anspruch der Menschen auf hohe Lebensqualität und Gesundheit sowie dem Erfordernis, wirtschaftliche Standortqualität zu erhalten und zu fördern. Damit wird auch ein Beitrag zur Qualität des Wirtschaftsstandortes geleistet. Dies erfordert ein konzeptionelles und fachübergreifendes Handeln für einen besseren umweltbezogenen Gesundheitsschutz.

Resultierend aus dem Auftrag des Landeskabinetts ist der landesweite Masterplan Umwelt und Gesundheit NRW erarbeitet worden.

Die Erarbeitung des Masterplans wurde von einer ressort- und fachübergreifenden Koordinierungsgruppe begleitet. Neben den Fachressorts wie Gesundheit, Soziales, Wirtschaft, Stadtplanung, Verkehr, Familie/Sport und Schule, dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz haben Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen, der Wirtschaft, der Umweltverbände, Patientenbeauftragte, der Verbraucherinnen und Verbraucher und der Wissenschaft an dem Prozess mitgewirkt.

Der vorliegende Masterplan Umwelt und Gesundheit NRW ist ein integriertes Handlungskonzept, dass primär an das behördliche Verwaltungshandeln gerichtet ist. Der Masterplan beschreibt Handlungsfelder, mit ihm werden Handlungsempfehlungen erarbeitet, sowie Strukturen und Prozesse entwickelt und geschaffen, die zu einer Verbesserung des umweltbezogenen Gesundheitsschutzes erforderlich sind. Dabei zielt er in erster Linie auf Verhältnisprävention, d.h. auf die Schaffung von Rahmenbedingungen für gesunde Umwelt- und Lebensverhältnisse der Menschen. Individuelle Verhaltensweisen stehen nicht im Vordergrund.

„Umwelt und Gesundheit“ ist ein sehr breites Themenspektrum, dazu zählen beispielsweise auch Belastungen des Menschen durch Umweltschadstoffe, Lärm, Emissionen aus Industrie- oder Tierhaltungsanlagen und deren Auswirkung auf die menschliche Gesundheit. Darüber hinaus gehören die sozialen Aspekte der Umweltpolitik – die ungleiche Verteilung von Umweltbelastungen und Umweltressourcen - zu den Schwerpunkten des Masterplans. Themen, die bereits in der Vergangenheit unter APUG NRW betrachtet wurden, wie beispielsweise „Gesundes Wohnen“ oder „Verkehr und Gesundheit“ sind nach wie vor aktuell.

Im vorliegenden Masterplan erfolgte eine Auswahl in Hinblick auf die Fragestellungen, wo ein ressort- und /oder fachübergreifender Ansatz zu einem Mehrwert gegenüber Einzelaktivitäten der jeweiligen Ressorts bzw. Fachdisziplinen für Umwelt und Gesundheit führt, eine Integration der Themen Umwelt, Gesundheit und Soziales am besten und zeitnah möglich scheint und inwieweit Themen bereits im Zusammenhang mit anderen Strategien oder Aktivitäten des Landes bearbeitet werden. Insbesondere die Fachthemen wurden aufgrund von Aktualität ausgewählt und können bei Bedarf erweitert werden. Es wurden aktuell sieben Handlungsfelder ausgewählt:

  • Umweltgerechtigkeit,
  • Integrierte Berichterstattung: Umwelt, Gesundheit und soziale Lage,
  • Umwelt und Gesundheit in der Planung,
  • Verkehr, Umwelt und Gesundheit,
  • Luftqualität in Innenräumen: Gesundes Wohnen/ Innenraumluft,
  • Schadstoffe in verbrauchernahen Produkten,
  • Tierhaltung und gesundheitliche Auswirkungen.

Bisher wurden im Rahmen des Masterplans folgende Produkte erarbeitet bzw. entwickelt:

In einem gemeinsam von den Kommunalen Spitzenverbänden und der Landesregierung veranstalteten Workshop im Juni 2016 wurde mit Vertreterinnen und Vertretern aus unterschiedlichen Fachbereichen der Kommunen in NRW über die weitere Umsetzung diskutiert. Die Anregungen und Beispiele für fachübergreifende Vernetzung sind wichtige Impulse und Argumente für das Handeln und die Verankerung des umweltbezogenen Gesundheitsschutzes auf kommunaler Ebene. Die Ergebnisse werden in die weitere Umsetzung und Fortschreibung des Masterplans einfließen.

Weitere Informationen:

Nächste Schritte sind ein Pilotprojekt zur „Integrierten Berichterstattung Umwelt, Gesundheit und Soziale Lage“ sowie die Erstellung eines Planungsleitfadens (Handlungsfeld „Umwelt und Gesundheit in der Planung“).

Durch die verschiedenen am Masterplan beteiligten Akteure liegt ein großer Wissens- und Erfahrungsschatz vor, der Sensibilität für neue Themen bzw. Handlungsnotwendigkeiten schafft. Dadurch ist der Masterplan ein Radar, mit dem Handlungserfordernisse frühzeitig identifiziert werden und somit in Zukunft vorausschauender, präventiv agiert werden kann. Der Masterplan ist dabei als langfristiger offener, lernender Prozess angelegt.

 

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